Die Blutegeltherapie beim Tier - Der medizinische Blutegel Hirudo medicinalis

Die Blutegeltherapie ist eine sehr alte Heilmethode.

 
In der Human­medi­zin ist die Blutegelther­pie eine tra­di­tionelle und anerkan­nte Ther­a­pieform. Und findet bereits seit der Antike seine Anwendung. In den 60er Jahren wurde die Therapie mit Blutegeln dann wieder neu entdeckt und hat sich seitdem zu einer anerkannten Behandlungsmethode bei vielen Krankheiten entwickelt. Mit­tler­weile wird die Blutegelther­a­pie zunehmend auch für Behand­lun­gen von Tieren eingesetzt.

Die Wirk­stof­fkom­bi­na­tion im Speichel des Blutegels ist einzigartig. Durch den Beiß- und Saugvorgang sondert der Blutegel unter Anderem schmerzstillende, blutstillende und entzündungshemmende Substanzen ab. Durch diesen "Cocktail" von insgesamt bisher 40! bekannten Wirkstoffen im Speichel des Egels, verzeichnet die Blutegeltherapie besonders im Rahmen der Schmerztherapie große Erfolge. Aber auch chro­nis­che Erkrankun­gen kön­nen, auf­grund einer verbesserten Stof­fwech­sel­si­t­u­a­tion, durch die Blutegelther­a­pie

pos­itiv bee­in­flusst wer­den.

Der heilende Effekt kann bereits unmit­tel­bar nach einer Behand­lung ein­treten, kann aber auch einige Tage danach auftreten. 
Oft hält der Effekt einige Monate an. Je nach Schweregrad der Erkrankung oder Indikation, sollte die Blutegeltherapie wiederholt werden.

Bei den folgenden Erkrankungen kann ich Ihr Tier mit einer Blutegeltherapie unterstützen:

 

Speziell beim Hund:
 

• Arthritis / Arhrose
• Bandscheibenvorfall
• Bisswunden
• Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
• Ellenbogendysplasien
• Entzündete Zeckenbisse
• Hautveränderungen
• Hämatome
• Hüftgelenkdysplasien
• Kreuzbandverletzungen
• Leckekzem
• Narben
• Nervenschädigung
• Ohrekzeme / Blutohr
• Ödeme
• Patellaluxation
• Rezividierende Kreuz-Darmbein Blockaden (ISG)
• Rheuma

• Schleimbeutelentzündungen (z.B. Ellenbogen)
• Wundheilungsstörungen
• Wirbelsäulenerkrankungen (Causa Equina Kompressionssyndrom, Spondylose, ..)
• und Vieles mehr …

Speziell beim Pferd ( Nur NICHT-SCHLACHTPFERDE!):


• Abszesse
• Arthritis / Arthrose (Schale, Spat ..)
• Ataxie
• Bisswunden / Tritte
• Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
• Ekzeme (Sommerekzeme, ..)
• Gallen (z.B. Piephacke ...)
• Hämatome
• Hufrollenentzündung
• Huferkrankungen (Hufrehe, Hornfäule, Hufkrebs ..)
• Kreuzverschlag (Azoturie)
• Mauke / Raspe
• Muskelfaserriss
• Myogelosen
• Narben
• Ödeme
• Patellaluxation
• Phlegmone / Einschuss
• Rezividierende Kreuz-Darmbein Blockaden (ISG)
• Venenerkrankungen
• Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylose, Missing Spines..)
• Wundheilungsstörungen
• Zahn- und Kiefererkrankungen
• und Vieles mehr ...

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Info

Liebe Tierhalter,

 

ich habe versucht, das Wichtigste für Sie zusammen zu fassen um ein Verständnis zu schaffen, für diese wirklich tolle und effektive Behandlungsmethode. Dennoch muss ich mich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Und dazu gehört leider heute viel Verwaltungsaufwand und erfordert Transparenz. Als Therapeutin möchte ich zudem nur das Beste für ihr Tier. BEVOR Sie also einen Termin für eine Blutegelbehandlung mit mir vereinbaren, sollten Sie sich aufmerksam die folgenden Informationen durchlesen.

 

Als zertifizierte und angemeldete Veterinär-Therapeutin bestelle ich ausschliesslich frische Egel für eine Blutegel-behandlung bei der Biebertaler Blutegelzucht. Blutegel dürfen von Therapeuten aus hygienischen Gründen nur 1x für ein bestimmtes Tier angewendet werden. Eine Lagerung ist mir aus logistischen Gründen nicht möglich. Danach werden diese Egel von mir vorschriftsmäßig entsorgt. Sobald ein Egel mit Blut/Wundflüssigkeit/Haut ihres Tieres in Kontakt gekommen ist (auch wenn er noch nicht gebissen hat!), darf dieser Egel NICHT für andere Tiere weiterverwendet werden! Blutegel, welche Kontakt mit ihrem Tier hatten, werden somit ebenfalls entsorgt und werden in Rechnung gestellt.

Eine umfassende Aufklärung des Besitzers zu Risiken und Nebenwirkungen, sowie Wissenswertes vor und nach der Behandlung, erfolgt durch die Übermittlung eines gesondertes Info-Datenblattes. In dem Datenblatt bekommen Sie wichtige Hinweise für vorher und nachher.

Vor jeder Blutegeltherapie füllen Sie mir bitte einen Blutegel-Behandlungsvertrag aus. Dies dient, u.a., der Dokumentation für die Patientenkartei. Ich bin verpflichtet, ihre Daten und die des Tieres, zu archivieren und ggf. dem Veterinäramt auf Anfrage zur Überprüfung zur Verfügung zu stellen.

Medizinische Blutegel gelten als Medizinprodukt und fallen unter das Arzneimittelgesetz. Sie werden in Deutschland auf speziellen Egelfarmen gezüchtet und von dort direkt an die Therapeuten per Express verschickt. Ich persönlich verwende für die Blutegeltherapie ausschließlich medizinische Blutegel aus einer Blutegelzucht mit höchsten Qualitätsanforderungen und der Erlaubnis zur Herstellung von Wirkstoffen tierischer Herkunft. Somit ist gewährleistet, dass die Blutegel steril und für den medizinischen Einsatz geeignet sind.

Ab dem 28.01.22 darf ich eine Blutegeltherapie nur nach ärztlicher Anordnung durchführen ! Bitte nehmen Sie Kontakt zu ihrem behandelnden Tierarzt auf!

 

Das neue Tierarzneimittelgesetz tritt am 28.Januar 2022 in Kraft. Es betrifft Tierheilpraktiker, Tierhalter und auch den ein oder anderen Tierphysiotherapeuten. 

§ 50 Abs. 2 TAMG lautet:

„(2) Tierhalterinnen und Tierhalter sowie andere Personen, die nicht Tierärztinnen oder Tierärzte sind, dürfen verschreibungspflichtige Tierarzneimittel und veterinärmedizintechnische Produkte sowie Arzneimittel nach § 2 Absatz 1, 2 und 3a des Arzneimittelgesetzes bei Tieren nur anwenden, soweit

    1. diese von einer Tierärztin oder einem Tierarzt verschrieben oder abgegeben worden sind, bei der oder dem sich die Tiere in Behandlung befinden, und

    2. die Anwendung gemäß einer tierärztlichen Behandlungsanweisung, die die Tierärztin oder der Tierarzt für den betreffenden Fall ausgehändigt hat, erfolgt.“

 

Was bedeutet das?

Es dürfen von uns nur noch Arzneimittel angewendet werden, die ausdrücklich für Tiere, auch spezifisch für Tierarten, zugelassen oder registriert sind. Darunter fallen u.a. homöopathische Einzelmittel (z.B. Globuli) und Blutegel, da sie derzeit nur als Humanarzneimittel verfügbar sind.

Die Biebertaler Blutegelzucht bedauert diesen Zustand bereits, hat aber leider schon angedeutet, dass sie keine Registrierung für Tiere anstreben. https://blutegelseminare.de/tierarzneimittelgesetz-tamg/

Bisher galt dieses Gesetz lediglich für Lebensmittel liefernde Tiere (Kaninchen und Pferde, die als Schlachttiere eingetragen sind); mit dem § 50 Abs. 2 TAMG hat sich dies nun auf die nicht Lebensmittel liefernden Tiere erweitert.

 

In Zukunft sind also auch Hund und Katze betroffen. Das Verbot, Humanarzneimittel anzuwenden, betrifft auch Tierhalter!

„Frau XYZ“ darf ab Februar 2022 auch keine Arnika mehr für „Schnuffi“ in der Apotheke erhalten und anwenden.

 

Für jedes Globuli und für jeden Blutegel braucht man nun einen wohlgesonnenen Tierarzt, der das Medikament verschreibt!

Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert ein Bußgeld bis zu 30.000 EUR im Ordnungswidrigkeitsverfahren. Wer zu einer Geldbuße verurteilt wird, riskiert gleichfalls, die Erlaubnis zu praktizieren oder den Haftpflichtversicherungsschutz zu verlieren. Die Empfehlung eines homöopathischen Mittels oder eines Blutegels für ein Tier (ohne ärztliche Verordnung) ist Anstiftung zu einer Ordnungswidrigkeit und gilt ebenso als Verstoß.

DOWNLOADS

 

√   Behandlungsvertrag Blutegeltherapie

√   Informationsblatt zur Blutegeltherapie