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Degenerative Myelopathie (DM) bei Hunden


Bei der degenerativen Myelopathie handelt es sich um eine Reihe langsam verlaufender neurologischer Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Absterben der langen Rückenmarksbahnen und mit

langsam fortschreitenden Bewegungsstörungen der Hinterhand bei großen Hunden einhergeht.

Die Störung der langen Rückenmarksbahnen, die das Gehirn mit den Nerven der Gliedmaße verbinden ist für die klinischen Symptome der Tiere verantwortlich. Der Kontaktverlust von Sensor (Gliedmaßen) und der Schaltzentrale (Zentralnervensystem) bedingt zunächst den Verlust der Feinmotorik. Mit Voranschreiten der Degeneration werden dann auch Faserbahnen betroffen, die vom Zentral-Nervensystem aus die Muskelaktivität selbst steuern, so dass die Muskeln der Hintergliedmaße immer schwächer werden.


Symptome einer DM


In der Regel treten die Symptome der Erkrankung beim älteren Hund auf (5-14 Jahre). Die Tiere zeigen Ganganomalien, die sich auf die Hintergliedmaße beschränken. Die Feinmotorik der Hinterhand ist eingeschränkt (Ataxie), die Tiere schwanken, sinken im Verlauf der Erkrankung immer mehr in der Hinterhand ein und können schließlich vollkommen gelähmt sein.


Da keine Veränderungen der Knochen oder Reizungen und Entzündungen der Nerven vorliegen, geht der Untergang von Nervenzellen nicht mit Schmerzen einher, worin ein wichtiges Unterscheidungs-merkmal zu anderen Krankheiten des Bewegungsapparates oder des Nervensystems liegt.


Im weiteren Verlauf breitet sich die Krankheit auf die Vordergliedmaße aus, die Atemmuskulatur, die Rachen und Schlundmuskulatur wird beeinträchtigt, sodaß Atem- und Schluckbeschwerden eintreten.Dadurch entwickeln sich allmählich unkoordinierte Bewegungen der Hinterhand, eine gestörte Eigenwahrnehmung und gestörte Reflexe.


Bild 1: https://www.thesprucepets.com/breed-profile-german-shepherd-dog-1117967 - Die Fichte / Kevin Norris
Bild 1: Degenerative Myelopathie bei Hunden - Hundephysiotherapie in Essen Ruhrgebiet

Ursache


Ursächlich ist eine GENMUTATION (SOD1 Mutation)


Vorkommen


Die degenerative Myelopathie großer Hunderassen ist relativ häufig. Sie kann sich ab dem fünften Lebensjahr entwickeln. Besonders stark von der Erkrankung betroffen sind große Rassen: Hütehunde wie der Collie und der Belgische Schäferhund, Sibirischer Husky, Hovawart, Weimaraner, Rhodesian Ridgeback, Berner Sennen.


Diagnose


Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte, die den langsamen Verlauf der Gangstörung und die Abwesenheit von Schmerzen beinhalten muss. Mit Hilfe von Bildgebenden Verfahren werden andere Ursachen für Rückenmarksfunktionsstörungen ausgeschlossen. Bei den bildgebenden Verfahren steht das MRT im Vordergrund, da nur diese Technik das Rückenmark und das umgebende Gewebe zufriedenstellend abbilden kann.


Liegen keine Veränderungen im Sinne einer Kompression durch vorgefallene Bandscheiben oder knöcherne Vorwölbungen, sowie andere Entzündungen oder Missbildungen des Rückenmarks vor, wird die DM im Ausschlussverfahren diagnostiziert. In der Rückenmarksflüssigkeit kann eine leichte Erhöhung des Proteingehalts auftreten.


Problematisch wird die Art der Diagnose dann, wenn zusätzlich zur Degenerativen Myelopathie gleichzeitig eine Kompression der Nervenabgänge des Rückenmarkes (Cauda equina Kompressions-Syndrom) und/oder eine Hüftgelenksdysplasie vorliegt, die beim älteren DSH sehr häufig gefunden wird und die DM „maskiert“.


Differentialdiagnostisch müssen bei diesen Erkrankungen vor Allem angeborene Fehlbildungen des Rückenmarks (Syringomyelie, Hydromyelie) und infektiöse Erkrankungen (Toxoplasmose,

Neosporose, Staupe) berücksichtigt werden, ebenso ein Bandscheibenvorfall und eine

Fibrokartilaginöse Embolie (beide treten akut auf), Cauda-Equina-Kompressions-Syndrom und

Wobbler-Syndrom und schließlich Tumore des Rückenmarks müssen ausgeschlossen werden.


Gentest


Der Gentest identifiziert Hunde ohne die Mutation, Hunde, die Anlageträger sind und Hund die reinerbig für die Mutation sind. Diese haben das höchste Risiko an einer DM zu erkranken. Allerdings sagt der Test nur etwas über das Risiko und nicht über den tatsächlich manifesten Ausbruch der Krankheit aus.


Genetisch vorbelastete Hunde müssen nicht zwingend erkranken. Der Gentest reicht daher keinesfalls aus, um eine DM zu diagnostizieren, sondern dient vor Allem der Zuchtselektion. Ein Hund der negativ auf die SOD1 Mutation getestet wurde, kann an dieser Form der DM nicht erkranken. Allerdings ist der Test sehr spezifisch für eine bestimmte Mutation und kann nicht alle möglichen Fehler in dem Gen feststellen, die sehr wohl vorliegen können. Der Test kann also keine DM ausschließen.


Bild 2: https://de.wikipedia.org/wiki/Degenerative_Myelopathien_der_Hunde)
Bild 2: Überköten der Pfote bei degenerativer Myelopathie - Hundephysiotherapie in Essen Ruhrgebiet

Behandlung


Die Möglichkeiten einer Therapie für DM Patienten sind sehr begrenzt und es existiert keine ursächliche Behandlung der Krankheit.



Klinische Studien belegen die Bedeutung der Physiotherapie. Bei täglicher, intensiver Physiotherapie kann eine signifikant verlängerte Überlebenszeit der an DM erkrankten Patienten beobachtet werden.



Behandlungsversuche wurden mit Prednisolon (Kortison), Aminocapronsäure, N-Acetylcystein, Vitamin E, Vitamin C und Vitamin-B-Komplex durchgeführt.


Alle Medikationen zeigen nach einer aktuellen Studie keine erhöhte Wirksamkeit im Vergleich zur Physiotherapie und konnten den Krankheitsverlauf nicht aufhalten. Die Prognose ist daher eher schlecht, da aber nicht schmerzhaft kann der Hund mit Tragegurt oder Rolli noch durchaus viel Lebensqualität haben und im Kreise seiner Familie bleiben und mittels Physiotherapie unterstützt werden.


Physiotherapie


Der wichtigste Faktor ist dabei die intensive physiotherapeutische Betreuung des Hundes. Es gibt viele Erfahrungsberichte die zeigen, das Hunde dadurch noch mehrere Jahre ein lebenswertes Leben führen konnten und der Fortschritt der Degenerativen Myelopathie enorm verlangsamt wurde.


Mittels Physiotherapie kann dem Verlust der Muskulatur und den Lähmungen entgegengewirkt werden. Die Gelenkbeweglichkeit wird erhalten und auch Koordination und Balance können lange stabilisiert werden. So gibt man dem Vierbeiner die Chance auf ein deutlich längeres aktives Hundeleben.


Wenn ihr Hund an DM erkrankt ist oder die oben aufgeführten Symptome zeigt, kontaktieren Sie einen gut ausgebildeten und in Bezug auf die Erkrankungen erfahrenen Hunde-Physiotherapeuten.


Bei Fragen dürfen Sie sich gerne an mich wenden. In Zusammenarbeit mit Ihnen und ihrem Tierarzt können wir die Lebensqualität Ihres Hundes deutlich verbessern.


Text Quellen: https://www.uni-giessen.de/, https://de.wikipedia.org, https://doggy-fitness.de/degenerative-myelopathie-verhaltenstipps/

Bild 1: https://www.thesprucepets.com/breed-profile-german-shepherd-dog-1117967 - Die Fichte / Kevin Norris

Bild 2: https://de.wikipedia.org/wiki/Degenerative_Myelopathien_der_Hunde)


Schaut doch gerne einmal regelmäßig vorbei, auf der Seite THERAPIEN erfahrt Ihr mehr.


Damit Euer Tier bis ins hohe Alter fit & aktiv bleibt.


Bleibt InTakt,

Eure Andrea Küster


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